Wochentip - 19.12.2018
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Veltins Schützenstudie "Visionen 2025" vorgestellt

Vorstände geben sich kämpferisch und gehen offensiv in die Zukunft

  • Mut und Zuversicht treiben Vorstandsarbeit nach vorn
  • Auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren
  • Einschätzungen geben hilfreichen Wissenszugewinn

Die Schützenvereine in Westfalen wollen um ihre Zukunft kämpfen! Glaube, Sitte, Heimat sind Werte, die angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen mit Innovationskraft ausgestaltet werden sollen. Und dabei suchen die Vereine den Schulterschluss mit allen Generationen. Das ist das Ergebnis der Umfrage unter westfälischen Schützenvereinen, die für die große Veltins-Schützenstudie "Visionen 2025" erhoben wurde. "Es ist ein klares Meinungsbild unserer Vereine - viel Mut und Zuversicht, aber auch Innovationsbereitschaft sind schon auf den ersten Blick spürbar", bewertet Veltins-Geschäftsführer Dr. Volker Kuhl das Ergebnis der ersten Veltins-Schützenstudie "Visionen 2025". Erstmals wurden in einer breit angelegten Befragung Vorstände zu ihrer Einschätzung und Ausrichtung befragt. "Wir wollen mit der Untersuchung nicht nur ein klares Meinungsbild vorstellen, sondern auch die Trends der vorstandsgeleiteten Vereinsarbeit beleuchten", so Dr. Kuhl. "Entstanden ist ein meinungsfreudiges Werk als hilfreicher Wissenszugewinn!"

Vorstände sprechen offen über ihre Sorgen

In der Vergangenheit hatte die Traditionsbrauerei mit rund 200 verbundenen Bruderschaften bereits den Veltins-Schützenpreis ausgelobt und immer wieder neue Impulse dokumentiert und bewertet. Rechtzeitig zur soeben gestarteten Schützenfestsaison 2017 erweitert die Veltins-Schützenstudie mit umfangreichem Zahlenmaterial und Vorstandseinschätzungen das Bemühen um die Fortentwicklung des Schützenwesens. Hinzu kommen zahlreiche Fallbeispiele, wie Bruderschaften im Sauerland seit der Jahrtausendwende wichtige Impulse geben konnten, um ihre Traditionsvereine in die Zukunft zu führen. "Diese Studie beschreibt Positionen und Einschätzungen der ehrenamtlichen Akteure, eben der Macher in den Schützenbruderschaften. Sie haben es verdient, auf diese Weise Gehör zu bekommen, um ihr breites Meinungsbild widerzuspiegeln", so Dr. Volker Kuhl. "Dass dabei auch sehr offen über Sorgen, aber auch politisch und administrativ herbeigeführte Bürden nachgedacht wird, liegt in der Natur der Sache." Das Prinzip der Ehrlichkeit und Meinungsfreudigkeit gelte auf allen Ebenen des Miteinanders als Garant für einen gesellschaftlichen Diskurs, den sich die Schützenbruderschaften mit ihren engagierten Vorständen seit vielen Jahren stellen.

Erfahrungsaustausch zwischen Vereinen gefragter denn je

Tatsächlich sind 76,4% der befragten Vorstände davon überzeugt, dass die Bruderschaften hohe gesellschaftliche Bedeutung besitzen, wenn es um den Generationen verbindenden Charakter ihrer Schützenvereine geht. Drei von vier Vorständen sind damit der festen Überzeugung, dass die Bruderschaften in der Region vorleben, wie man integrative Gemeinsamkeiten schaffen kann. Dabei gehört das sprichwörtliche Kirchturmdenken längst der Vergangenheit an. 67,3% der befragten Vorstände suchen inzwischen den Dialog zu Nachbarvereinen, tauschen sich untereinander aus. Weitere 20% sprechen im Bedarfsfall gern mit anderen Bruderschaften über Teilaspekte des Schützenwesens. Und genau das beflügelt den Innovationscharakter, weil Erfahrungsaustausch stets beiden Seiten zugutekommt und dabei dem Vereinsleben und den Schützenfesten als Höhepunkte im Jahr wichtige Zukunftsimpulse gibt.

Behördliche Reglementierungen als Belastung empfunden

Angesichts der zahlreichen Einflüsse von außen beweisen die Vorstände der Bruderschaften Durchhaltevermögen. 74,5% der befragten Vorstände geben sich kämpferisch und wollen für den Fortbestand ihrer Bruderschaften alles Erdenkliche unternehmen. Ihr Ziel: Tradition in die Zukunft tragen! Weitere 18,2% der Befragten unterstützen den Kampfgeist, wenn es um den Erhalt ihrer Traditionsvereine geht. Deutlich macht die Veltins-Schützenstudie aber auch, dass die Vorstandsarbeit keineswegs einfacher geworden ist. Im Gegenteil. Immerhin 78,2% der befragten Schützenvorstände lassen keinen Zweifel daran, dass die gesetzlichen Vorgaben und Reglementierungen eine große Belastung für die Bruderschaften und für die im Vorstand engagierten Mitglieder sind. Diskussionen in den letzten Jahren um Sicherheit und Ordnung haben Spuren hinterlassen. Für die Politiker sollte das ein ernst zu nehmendes Warnsignal sein. Auf der einen Seite honoriert die Politik den integrativen Charakter der Schützenvereine, auf der anderen Seite wurden mit immer neuen Erlassen belastende Beschränkungen auferlegt. Gerade bei der Vorbereitung und Ausrichtung der Schützenfeste macht das den Vorständen immer wieder zu schaffen.

Grundsätzliches Verständnis für Notfallpläne

Immerhin gibt es gleich mehrere Themen, die sich intensiver Diskussion erfreuen, nachdem sie in der Vergangenheit zuweilen schon Aufregercharakter besaßen. In jedem Fall bereiten immer mehr Auflagen für die Durchführung von Veranstaltungen nachvollziehbares Kopfzerbrechen. Immerhin 70,9% aller Vorstandsmitglieder geben spontan zu, dass ihnen die Verkehrssicherungspflicht insbesondere bei der Absicherung der Festzüge einen erheblichen Mehraufwand beschert - jeder Zweite sieht dies sogar als sehr große Belastung bei der Ausrichtung der Schützenfeste an. Gerade so wichtige Festhöhepunkte wie das Vogelschießen haben im Hinblick auf die Verschärfung der Vorgaben erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zur Folge gehabt. Nur allzu gut ist bei den heimischen Schützen die Diskussion um die Sicherheit des Kugelfangs in Erinnerung. 58,2% halten die ordnungspolitischen Reglementierungen für eine große Belastung, weitere 18,2% empfinden die verschärften Sicherheitsmaßnahmen als zusätzliche Last. Verständnisvoller reagieren die Vorstände bei den Notfallplänen, die im Ernstfall insbesondere in den Schützenhallen eine schnelle Räumung gewährleisten sollen. Für 29,1% haben diese präventiven Maßnahmen nur eine geringe bzw. mittelbare Bedeutung, in jedem Fall wird der vorbeugenden Sicherheit kein belastender Charakter zugeschrieben. Gleiches gilt für die Bereitstellung von Sicherheitspersonal. Immerhin 30,9% sagen übereinstimmend, dass diesbezügliche Vorbereitungen letztlich nicht zu großen Belastungen führen. Lediglich bei 14,5% der Befragten wird der organisatorische Mehraufwand als Last empfunden.

Zeitgemäße Kommunikation als unerlässlich eingeschätzt

Als gesellschaftlich integrative Kraft gehört der Dialog mit den Mitgliedern, aber auch mit der Bürgerschaft zum existenziellen Aufgabenfeld, um Meinungsbildung zu schaffen und die Attraktivität des Vereinslebens nachhaltig zu wahren. Dabei sind die Schützenvorstände längst im digitalen Zeitalter angekommen. So gibt es ein eindeutiges Bekenntnis der Vorstände zur Bedeutung der Tageszeitung, die in ihrer Wichtigkeit zur Nachrichtenübermittlung weit vorn gesehen wird. Immerhin 80% der Befragten lassen keinen Zweifel daran, dass das Schützenwesen in der Lokalberichterstattung ihrer Heimatzeitung einen wirkungsvollen Resonanzboden findet, um Vereinsmitglieder und andere Bürger flächendeckend zu erreichen. Wenn es um die selbst initiierten Informationswege geht, gibt es eine klare Priorität. 100% halten die traditionelle "Mund-zu-Mund-Propaganda", also das persönliche Gespräch und das Weitererzählen, für den probaten Weg, um auch in Zukunft die Menschen zu erreichen und zu aktivieren. Auf Platz zwei gehört eine Vereins-Homepage mit 92,7% Zustimmung heute unerlässlich hinzu. Wer den Blick über die verschiedenen Online-Auftritte schweifen lässt, erkennt inzwischen ein nahezu ausnahmsloses Engagement aller Schützenbruderschaften im World-Wide-Web. "Allen gesellschaftlichen Veränderungen zum Trotz erfreut sich die Schützentradition ungebrochener Zustimmung und Begeisterung. Sie gilt in Westfalen schon als Synonym für Traditionserhalt und lebendigen Begegnungscharakter der Menschen in den Städten und Dörfern", bilanziert Veltins-Geschäftsführer Dr. Volker Kuhl.

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